Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis sah in Freiburg eine ganz schwache Vorstellung seiner Mannschaft. Der Sport-Club gewann mit 4:0. Foto: Rabas

Schalke: Deprimierende Vorstellung in Freiburg

Das Schalker Aufschwung-Gerede nach ordentlichen Vorstellungen in Leverkusen und gegen Augsburg dürfte zumindest fürs Erste verstimmt sein: Beim SC Freiburg verloren die Königsblauen völlig verdient mit o:4 (0:2) – und zeigten dabei eine insgesamt deprimierende Vorstellung. “Tag X” des definitiv feststehenden vierten Bundesliga-Abstiegs rückt immer näher.

Gegenüber der Startformation vom Sieg gegen Augsburg hatte Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis die Mannschaft nur auf einer Position verändert: Für Bastian Oczipka spielte Sead Kolasinac, Mark Uth stand erstmals nach seiner langen Verletzung wieder im Kader.

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Den SC Freiburg schien das herzlich wenig zu interessieren, das Team von Trainer Christian Streich gab von Beginn an den Ton an. Schon in der dritten Minute hatte Ermedin Demirovic eine große Chance, die Ralf Fährmann allerdings noch vereiteln konnte. Vier Minuten später war Schalkes Torhüter machtlos: Benjamin Stambouli hatte einen langen Freiburger Ball Richtung S04-Tor völlig falsch berechnet, am Ende der Kombinationskette der Gastgeber vollendete Lucas Höler zum 1:0.

Nichts war zu sehen von neuem Mut

Schalke fand im Prinzip gar nicht statt. Nichts war zu sehen von neuem Mut nach dem Augsburg-Sieg, nichts zu entdecken von dem Willen, die klitzekleine theoretische Chance auf den Klassenerhalt doch noch nutzen zu wollen. Freiburg blieb Herr im Hause, begünstigt auch durch seltsame Schalker Fehler, vor denen offenbar nicht mal ein Routinier wie Klaas-Jan Huntelaar nicht gefeit ist. Der Niederländer leistete sich ein völlig sinnfreies Foulspiel gegen Roland Sallai, das Schiedsrichter Tobias Reichel erst nach Video-Ansicht als solches entlarvte. Die dann logische Konsequenz war Elfmeter – den verwandelte Sallai persönlich zum 2:0 (22.) Zwei Minuten später hatte Sallai noch eine Chance, diesmal konnte Fährmann parieren.

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Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw ließ Freiburg es nun ein wenig entspannter angehen, ohne dass Schalke davon hätte profitieren können. Nach 45 Minuten lautete die deprimierende Bilanz aus Gäste-Sicht: Keinen Schuss aufs Freiburger Tor abgegeben, 67 Prozent Ballbesitz für den Sport-Club. Und eben auch das Entscheidende: 2:0 für Freiburg.

An dem tristen Schalker Gesamtbild änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Schon in der 49. Minute profitierte Christian Günter von einem Ballverlust Suat Serdars und traf zum 3:0 – damit war die Messe im Prinzip gelesen. Schalkes Auftritt hätte überschrieben werden können mit “Erste Allgemeine Verunsicherung” – und das gegen eine Mannschaft, die von den vergangenen fünf Spielen vier verloren hatte.

Schlechteste Leistung unter Grammozis

Nach dem 3:0 hatte Schalke dann zwar etwas mehr Spielanteile, doch bis auf ein alibimäßiges Hin- und Hergeschiebe des Balles sprang dabei lange nichts heraus. In der 62. Minute gab der eingewechselte Uth dann immerhin den ersten Schalker Torschuss ab, dem er in der 70. noch einen weiteren folgen ließ – ohne allerdings auch für Gefahr zu sorgen. Da war der SC Freiburg schon aus einem ganz anderen Holz geschnitzt: Mit dem ersten Doppelpack seiner Bundesliga-Geschichte traf Christian Günter aus der Distanz zum 4:0-Endstand. Klaas-Jan Huntelaar scheiterte nach schöner Vorarbeit von Sead Kolasinac in der 85. Minute an Freiburgs Torhüter Florian Müller.

0:4, 0:2, 0:4 – so lautet die Schalker Bilanz aus den letzten drei Spielen gegen den SC Freiburg. Vor dem Spiel hatte Grammozis noch gesagt, ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, der Mannschaft nach dem Augsburg-Spiel zwei trainingsfreie Tage zu gewähren, werde man in Freiburg sehen. Eines lässt sich sicher sagen: Gedankt hat es ihm sein Team nicht – es war die mit Abstand schlechteste Leistung in seiner S04-Amtszeit.

Norbert Neubaum
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