Schalke-Kapitän Omar Mascarell: Gespräch über längeren Gehaltsverzicht direkt zum Trainingsstart Ende Juli. Foto: NBM

Schalke: Profis droht längerer Gehaltsverzicht

Die Gespräche über einen über den 30. Juni hinaus gehenden Gehaltsverzicht sollen mit den Schalker Profis direkt zum Trainingsstart Ende Juli geführt werden.

Rein sportlich ist Europa beim FC Schalke 04 nicht mehr das ganz große Zukunftsthema, zumindest in den nächsten Jahren werden die Königsblauen kleinere Brötchen backen müssen. Auf der sprachlichen Ebene bewegt sich der Traditionsverein allerdings weiter auf hohem internationalen Niveau.

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Bis zu Zuschauer-Spielen?

Während Marketingvorstand Alexander Jobst bei der Perspektiven-Pressekonferenz am Mittwoch mit der Formulierung aufhorchen ließ, er sei für die Herausforderungen „committed“, untermauert auch die Arbeitsplatzbeschreibung von Werner Leuthard das unerschütterliche internationale Schalker Flair: Leuthard (Branchen-Name: „Der Schleifer“) ist nicht etwa, wie vermutet, Konditions- oder Athletiktrainer, sondern Leiter Performance Lizenzspieler.

Auch der Leiter Performance Lizenzspieler wird mit dabei sein, wenn sich Schalkes Profis voraussichtlich am 31. Juli zum ersten Training treffen – dabei wird ein Thema angeschnitten werden, das in keiner Branche zu den Lieblings-Themen gehört: Gehaltsverzicht.

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Interesse an Andersson

Dem hatten die S04-Fußballer wie auch andere Führungskräfte schon kurz nach dem Beginn der großen Corona-Krise zugestimmt, um dem Verein bei seinen notwendigen Sparplänen zu helfen. Befristet war der Gehaltsverzicht zunächst bis zum 30. Juni. Vom Tisch ist dieses Thema nun allerdings noch lange nicht, im Gegenteil: Sportvorstand Jochen Schneider ließ durchblicken, dass er einen weiteren Gehaltsverzicht aufgrund der nach wie vor unerfreulichen Finanzlage im Prinzip für unausweichlich hält.

Und Alexander Jobst kündigte in einem dpa-Interview sogar an, dass der Gehaltsverzicht für Spieler, Trainer und die Mitglieder der Führungsebene solange andauern soll, bis Heimspiele wieder vor Zuschauern stattfinden könnten.

Jobst konkretisiert Einsparungen

Außerhalb des Kerngeschäfts Fußball, so Jobst, werde Schalke Einsparungen im hohen siebenstelligen Bereich vornehmen – u. a. soll das Engagement im E-Sport heruntergefahren und bislang regelmäßige Investitionen in die Veltins-Arena zunächst nicht mehr getätigt werden. Jobst verteidigte außerdem die beantragte NRW-Bürgschaft für ein Betriebsmittel-Darlehen. In anderen Branchen, so Jobst, sei dieses Instrument völlig üblich. Und zur Finanzierung von Spielern sei das Geld ohnehin keinesfalls zu verwenden.

Aus der erhofften großen Beteiligung an einem Transfer von Leroy Sane von Manchester City zu den Bayern wird jedenfalls wohl nichts. Die hätte es für Schalke erst ab einer Ablösesumme von 50 Millionen Euro gegeben, nun soll Sane aber für 49 Mio.Euro zu den Bayern wechseln.

McKennie im Hertha-Visier?

Was das Budget für mögliche Neuverpflichtungen natürlich weiter eingrenzt. Da trifft es sich aus dieser Hinsicht vielleicht ganz gut, dass der finanzgespritzte Investoren-Klub Hertha BSC Berlin Interesse an Weston McKennie haben soll. Dessen Vertrag auf Schalke läuft aber noch bis 2024, also wird direkt mal eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro in die Gerüchteküche geworfen.

Schalke, an guten Stürmern immer interessiert, soll die Angel nach Union Berlins Torjäger Sebastian Andersson und/oder Kölns Jhon Cordoba ausgeworfen haben. Und Kevin Stöger hat sich bei Fortuna Düsseldorf verabschiedet – an dem Mittelfeldspieler soll Schalke schon vor einiger Zeit interessiert gewesen sein.

Wer auch immer kommt, wird sich damit abfinden müssen, nicht mehr als ca. 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen zu können. Gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur hat Alexander Jobst eine Gehaltsobergrenze für Neuverpflichtungen indirekt bestätigt.

Jetzt kann sich also zeigen, wer für Schalke wirklich Feuer und Flamme ist. Oder, pardon: committed.

Norbert Neubaum
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