Sebastian Rudy wird von Schalke erneut nach Hoffenheim verliehen. Foto: Rabas

Schalke verleiht Sebastian Rudy und holt Kilian Ludewig

Einer geht, einer kommt – am letzten Tag vor Schließung des Transferfensters blieb es beim FC Schalke 04 relativ ruhig.

Vergangenen Freitag hörte es sich noch so an, als würde der neue Schalke-Trainer Manuel Baum fest mit Sebastian Rudy planen. Baum lobte Rudy nämlich als „überragenden Spieler“ auf der zentralen Position im Mittelfeld. Doch in Leipzig kam der 30-Jährige dann nicht zum Einsatz und wird in dieser Saison auch gar nicht mehr für Schalke 04 auflaufen.

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Denn Rudy wird erneut für eine Saison zu 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Dass für Schalke dabei auch finanzielle Gründe eine Rolle spielten, gab Sportvorstand Jochen Schneider offen zu. „Zusammen mit der TSG haben wir eine gute Lösung für beide Seiten gefunden, die Schalke entsprechend finanziell entlastet“, sagte der 50-Jährige zu dieser Personalie.

Großverdiener von der Gehaltsliste

Denn Rudy galt als einer der Großverdiener im Schalker Kader (angeblich sechs Millionen Euro pro Jahr). Er soll selbst den Wunsch geäußert haben, in den Kraichgau zurückzukehren und dabei zu erheblichen Gehaltseinbußen bereit gewesen sein.

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Rudy hatte in den ersten beiden Bundesligapartien auf der von ihm ungeliebten Rechtsverteidiger-Position spielen müssen, weil Schalke keinen gelernten Rechtsverteidiger in seinem Kader hatte. Nun schaffte es der Bundesligist kurz vor Toreschluss wenigstens einen Spieler mit diesem Stellenprofil zu verpflichten: Kilian Ludewig wird für eine Saison ohne Kaufoption ausgeliehen.

28 Spieler sind im Kader

Der 20-Jährige spielte in der Jugend für RB Leipzig und war zuletzt an den englischen Zweitligisten Barnsley ausgeliehen. Manuel Baum dürfte bei diesem Transfer keine unwesentliche Rolle gespielt haben, denn er kennt Ludewig gut aus der U20-Nationalelf. „Schnell, kopfballstark, technisch gut. Er bringt alles mit. Wenn der erfahrener ist, wird das ein Granatenfußballer,“ schwärmte Baum bereits vor einem Jahr.

Auch Jochen Schneider ist davon überzeugt, dass Ludewig Schalke sportlich helfen wird. „Er hat das Potenzial dazu“, so der Schalker Sportvorstand im Gespräch mit dieser Zeitung. Insgesamt verlief die Wechselphase für Schneider wie erwartet. „Es war sehr wenig Bewegung im Markt im Vergleich zu den Vorjahren. Damit war durch die Auswirkungen von Corona zu rechnen“, so der 50-Jährige.

 

Was Schneider fordert

Ludewig ist nach Vedad Ibisevic, Fredrik Rönnow und Goncalo Paciencia der vierte Neuzugang in der nun abgeschlossenen Transferperiode. Wie dramatisch die Finanzlage des FC Schalke 04 ist, macht die Tatsache deutlich, dass sich der Verein nur drei Ausleihen und einem ablösefreien Spieler auf der Zielgeraden seiner langen Karriere (Ibisevic) leisten konnte. Selbst die erste Rate für McKennie (4,5 Millionen Euro), konnte nicht komplett investiert werden.

Abgegeben wurden acht Spieler, neben McKennie waren das Alexander Nübel, Daniel Caligiuri, Bernard Tekpetey, Jonas Carls, Cedric Teuchert, Pablo Insua, Guido Burgstaller und Sebastian Rudy. Schalke hat damit bis Ende des Jahres einen Kader von 28 Spielern, vorausgesetzt, der eine oder andere Kicker will noch in ein Land wechseln, wo das Transferfenster erst später schließt.

Davon geht Schneider aber nicht aus. „Ich rechne nicht mehr mit Angeboten bis zur Winterpause. Wir haben jetzt noch zehn Partien bis zum Ende des Jahres. Jeder Spieler muss sich jetzt beweisen“, so die Forderung des Schalker Sportvorstandes.

Vorerst kann Manuel Baum nicht mit Ralf Fährmann und Suat Serdar planen. Beide fallen auf unbestimmte Zeit aus. Fährmann hat Adduktorenprobleme, Serdar zwickt es im hinteren Oberschenkel.

Frank Leszinski
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