Mark Uth: Ein Volltreffer – für den 1. FC Köln, an den er von Schalke ausgeliehen war. -Foto: Rabas

Schalkes Abteilung Attacke: Besser als ihr Ruf?

Schalkes Stürmer stehen in der Kritik. Dabei haben sie schon bewiesen, dass sie treffen können.

Domenico Tedesco schnalzte mit der Zunge. „Der Junge hat ein eingebautes Tor-Radar“, schwärmte Schalkes Trainer im Januar 2018. „Der Junge“ war Cedric Teuchert, den Schalke gerade für eine Ablösesumme für eine Million Euro vom 1. FC Nürnberg verpflichtet hatte – in der Hoffnung, damit ein ähnliches Schnäppchen wie vorher mit Guido Burgstaller gemacht zu haben.

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Teuchert und das Tor-Radar

Doch daraus wurde zumindest bislang noch nichts. Cedric Teuchert kam in anderthalb Schalke-Jahren gerade mal auf neun Bundesliga-Einsätze mit 189 Spielminuten. 2019 wurde Teuchert an den Zweitligisten Hannover 96 ausgeliehen. Auf Schalke war Teuchert kein Bundesliga-Treffer geglückt. Das Tor-Radar war außer Betrieb.

In Hannover traf Teuchert in 22 Einsätzen immerhin sechs Mal. Dafür ließ das Tor-Radar seine Kollegen auf Schalke im Stich – nur zehn Stürmer-Saisontore zeigen, wo der Schuh drückte.

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Viel Luft nach oben

Dabei haben die Stürmer der Königsblauen ja schon gezeigt, dass sie „knipsen“ können. Ist die „Abteilung Attacke“ also besser als ihr Ruf?

Benito Raman ist belgischer Nationalspieler und machte beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf als Vorbereiter und treffsicherer Stürmer auf sich aufmerksam. Schalke holte ihn für 6,5 Millionen Euro – nach einer Verletzungspause zum Einstieg fasste Raman immer besser Fuß, bevor er vor allem nach dem Re-Start so sehr abtauchte, dass er für die kommende Saison noch ganz viel Luft nach oben hat.

Mentale Blockade

Genau wie Guido Burgstaller. Nach 25 Länderspiel-Einsätzen für Österreich hat er seine Nationalmannschafts-Karriere beendet, um sich auf Schalke konzentrieren zu können. Die Rechnung ging nicht auf, Burgstaller wurde zu einem Verlierer der Saison. Er analysierte bei sich eine „mentale Blockade“, am Saisonende kam auch noch eine Knieverletzung dazu.

Nach einem Aufbautraining in Kärnten hat Schalkes Leiter Performance Lizenzspieler Werner Leuthard Burgstaller nun unter seinen Fittichen. Burgstaller kontert die Gerüchte, er sei ein Verkaufskandidat, und rüstet zum Gegenangriff: „Ich will bleiben.“

Volltreffer Uth – in Köln

Rabbi Matondo ist mit 19 Jahren schon vierfacher walisischer Nationalspieler und war Schalke 2019 die Ablösesumme von neun Millionen Euro an ManCity wert. Nach guten Ansätzen hat Matondo weiteres Steigerungs-Potenzial. Sein „Trikot-Patzer“ und die versprochene Wiedergutmachung sollten ihm zusätzlich Beine machen…

Ahmed Kutucu (20) will Trainer David Wagner beweisen, dass er mehr ist als nur ein Einwechselspieler – auch das Schalker Eigengewächs kämpft gegen die Stagnation.

Andersson im Visier

Und dann ist da ja auch noch Mark Uth. Als er 2018 ablösefrei aus Hoffenheim kam, bezifferte „transfermarkt.de“ seinen Marktwert auf 18 Mio. Euro. Auf Schalke konnte er sein Niveau auch aus Verletzungsgründen nicht halten. Beim 1. FC Köln war er in einem halben Jahr mit fünf Toren und sechs Vorlagen ein Ausleih-Volltreffer. Köln würde Uth gern verpflichten. Aber nicht um jeden Preis. Und für Schalke wäre ein „funktionierender“ Mark Uth Gold wert.

Auf der Suche nach einem neuen Stürmer hat Schalke Sebastian Andersson im Visier. Der spielt bei Union Berlin – wo sich viele Fans die Rückkehr von Steven Skrzybski wünschen. Noch einer, der gerne zeigen würde, dass sein Tor-Radar auch auf Schalke funktionieren kann.

Norbert Neubaum
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