Von Göttinnen und Seefahrern: Das MiR im März und April

Von Göttinnen und Seefahrern erzählt das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen im März und April. Das erwartet die Besucherinnen und Besucher.
Von Göttinnen und Seefahrern erzählt das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen im März und April. Das erwartet die Besucher.

Am 29. April kehrt der Tanzabend „Momo“ nach Michael Endes Roman zurück ins Musiktheater im Revier. Foto: Ida Zenna

Mit dem Tanzabend „Demetra“ im Kleinen Haus schließt die MiR Dance Company ihren Zyklus über Themen der griechischen Mythologie ab. Glaubt man dem Mythos, hörte die olympische Fruchtbarkeitsgöttin Demeter vor Trauer über die Entführung ihrer Tochter Persephone nicht nur auf zu essen: Sie stoppte auch alle Tiere und Pflanzen in ihrem Wachstum. Mit dieser globalen Krise erreichte sie, dass Persephone freigelassen wurde und das Leben auf der Erde wieder blühte. Am 18. März zeigen Choreografin Anat Oz und der Isländer Frank Fannar Pedersen im MiR, welche Aspekte der Geschichte sie interessieren und inspiriert haben.

Am 25. März feiert Benjamin Brittens Seefahrer-Oper „Billy Budd“ in der Regie von Michael Schulz im Musiktheater im Revier Premiere. „Indomitable“, „die Unbezwingbare“, heißt das britische Kriegsschiff, das Kapitän Vere durch die unruhige See manövriert und dabei mit väterlicher Hand die Spannungen zwischen seinen Seeleuten schlichtet. Es sind stürmische Zeiten während der Koalitionskriege. Die Ideen der Französischen Revolution schwappen langsam auf ganz Europa über und gefährden den Gehorsam jeder Besatzung. Rund 60  Männer sind durchgehend auf der Bühne des MiR. Wie auf einem Schiff gibt es kein Entrinnen, keine Privatheit, drumherum nur das unberechenbare Meer.

Werbung
Die unglaubliche Reise des FC Schalke 04 Vom bitteren Abstieg bis zur meisterlichen Rückkehr in die Erste Liga – die Geschichte der Saison 2021/22

„Die Perlenfischer“ kehrt zurück ins MiR

Am 16. April kehrt die Inszenierungen von „Die Perlenfischer“ von Georges Bizet zurück auf die Bühne des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen: Die Freunde Zurga und Nadir treffen sich nach vielen Jahren unter den Perlenfischern an der Küste Sri Lankas wieder. Zurga wurde zum Anführer der Dorfgemeinschaft gewählt, Nadir war lange auf Reisen. Beide haben einst dieselbe Frau, Leïla, geliebt und im Interesse ihrer Freundschaft dieser Liebe abgeschworen. Nun bricht der Konflikt von neuem auf, denn die Priesterin, die im Tempel das Wohlwollen der Götter für die Fischer erflehen soll, ist niemand anderes als Leïla …

In Michael Endes Kultroman sind Momo und ihre jungen Freunde die einzigen Menschen, die sich der Effizienz-Ideologie der grauen Herren von der Zeitsparkasse entziehen können. Knapp 50 Jahre nach Erscheinen des Buches sind Endes Visionen Wirklichkeit. Die Zeitersparnis ist Selbstzweck, das Wachstumsdenken hat verheerende Auswirkungen – nicht nur auf die Menschen, sondern in erster Linie auf die Umwelt. Giuseppe Spotas erste Neuschöpfung für die MiR Dance Company aus dem Jahr 2020 war damals am Puls der Zeit. Am 29. April hat sie bei ihrer Wiederaufnahme nichts an Aktualität verloren. Die Musik der isländischen Post-Rock Legenden Sigur Rós bildet den musikalischen Rahmen des Tanzabends.