Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel: “Wir fühlen uns schlichtweg betrogen.” Foto: Schalke 04

Witz-Elfmeter in Bremen: Schalke spricht von Betrug

Der kuriose Elfmeter, der zum späten Bremer 1:1-Ausgleich führte, sorgt auch am Tag danach für Gesprächsstoff. Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel spricht ganz offiziell von Betrug.

Der Impf-Skandal um Bremens Ex-Trainer Markus Anfang, der Tor-Rekord von Simon Terodde – es gab reichlich Gesprächsthemen beim Duell der Bundesliga-Absteiger zwischen Werder Bremen und Schalke 04. Aber die Szene, die die Gemüter am Samstagabend am allermeisten erhitzte, gab es weit in der Nachspielzeit: Beim Stand von 1:0 für Schalke pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler nach Intervention des Video-Assistenten einen Elfmeter. Der eingewechselte Henning Matriciani soll im Strafraum den Bremer Roger Assalé zu Fall gebracht haben.

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Einen Kontakt zwischen dem Schalker und dem Bremer Spieler zu konstruieren gelang allerdings nur dem Schiedsrichter-Team – ansonsten gab es nur großes Rätselraten, warum Stieler sich zu einem Elfmeterpfiff entschlossen hatte. Olaf Thon, als Sport1-Experte in Bremen am Mikrofon, verstand die Welt nicht mehr: “Wir haben uns die Szene jetzt acht Mal am Bildschirm angeschaut: Ich kann da nichts entdecken.”

Knäbel “enttäuscht, wütend und aufgebracht”

Auch Peter Knäbel war komplett fassungslos: „Wir fühlen uns schlichtweg betrogen“, tobte der Schalker Sportvorstand am Mikrofon von Sport1 über die Elfmeterentscheidung von Stieler. „Ich bin enttäuscht, wütend und sehr aufgebracht“, führte Knäbel weiter aus. „Es ist für mich kein elfmeterwürdiges Foul. Es hat meiner Meinung nach keine Berührung stattgefunden. Es ist kein Elfmeter, da muss der Kölner Keller nicht einschreiten.“

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Doch genau das geschah. Und so brachte ein sehr zweifelhafter Elfmeter, gewandelt von Niclas Füllkrug, den Gastgebern in der neunten Minute der Nachspielzeit den glücklichen Ausgleich.

Dimitrios Grammozis: “Frechheit”

Auch innerhalb der Schalker Mannschaft war der Elfmeterpfiff hinterher das große Thema. Marius Bülter sagte: „Wenn man sich die Bilder anguckt, ist unser Ärger berechtigt. Man kann es eigentlich nicht mit Worten beschreiben. Es ist unverständlich, wie man in dieser Situation einen Elfmeter geben kann.“

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis hatte seinem Ärger schon vorher Luft gemacht – und sah dafür noch vor der Ausführung des Elfmeters die Gelbe Karte. Die Elfmeter-Entscheidung bezeichnete Grammozis als “Frechheit. Stieler ist FIFA-Schiedsrichter, hat das FIFA-Wappen auf dem Trikot. Wahnsinn, da fehlen mir die Worte.” Stieler offenbar auch. Öffentlich nahm er nicht Stellung. Zu Grammozis soll er allerdings gesagt haben, dass es für ihn ein klarer Elfmeter war. Diese Meinung hatte er ziemlich exklusiv.

Frank Leszinski/Norbert Neubaum

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