Am 17. und 18. Mai wehen die Regenbogenflaggen vor dem Hans-Sachs-Haus. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Mit der Regenbogenflagge vor dem Hans-Sachs-Haus und einer Social-Media-Aktion will Gelsenkirchen am 17. und 18. Mai ein Zeichen für eine vielfältige Stadtgesellschaft setzen.

Der 17. Mai ist der jährlich begangene internationale Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Er erinnert an den 17. Mai 1990, den Tag, an dem Homosexualität aus dem Krankheitsschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Der 18. Mai ist der deutsche Diversity-Tag.

Die Aktion unterstützen

Initiiert wird die Aktion „Sei, wer du willst, und liebe, wen du willst!“ von der Gleichstellungsstelle der Stadt. Auf den städtischen Social-Media-Kanälen wird am 17. Mai ein Video geteilt, an dem sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Gelsenkirchen beteiligt haben. Sie alle stellen sich in dem Video hinter das Motto. „Alle in Gelsenkirchen sind aufgerufen, die Aktion zu unterstützen, indem sie das Video teilen oder einen eigenen Post zum Thema absetzen“, erklärt Enis Akin von der Gleichstellungsstelle Gelsenkirchen. „Für den Tag haben wir auch eigens einen Facebook-Profilbildrahmen erstellt, den alle, die möchten, nutzen können, um ein Zeichen für Vielfalt zu setzen“, so Akin weiter: „Jedes Statement zählt.“

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Seine Fortsetzung findet der IDAHOT mit dem am 18. Mai folgenden deutschen Diversity-Tag. Er steht unter dem Motto „Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Unsere Arbeitswelt auch.“ An beiden Tagen weht die Regenbogenflagge am Hans-Sachs-Haus.

Gelebte Gleichbehandlung

Trotz wichtiger Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung ist die Homo- und Transphobie nicht passé – auch wenn die polizeilichen Opfer- und Straftatstatistiken den Eindruck entstehen lassen. Als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ werden homo- und transfeindliche Straftaten in NRW erst seit 2018 von den Staatsanwaltschaften erfasst. Da die Motivation der Täterinnen und Täter und die geschlechtliche Orientierung der Opfer zu Beginn eines Ermittlungsverfahrens nicht klar sind, gestaltet sich die statistische Erfassung von Hasskriminalität in der polizeilichen Praxis oftmals schwierig. Außerdem zeigen Dunkelfeldstudien, dass bis zu 90 Prozent der Betroffenen keine Anzeige erstatten. Ein in Befragungen häufig genannter Grund ist die geringe Erfolgserwartung sowie Angst und Scham vor dem Bekanntwerden der sexuellen und geschlechtlichen Orientierung. Unterschiedliche Kampagnen, wie „Ich zeige das an“, wollen hier Opfern Mut machen.

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Die Gleichstellungsstelle der Stadt positioniert sich daher gegen jegliche Form von Diskriminierung und setzt sich ein für eine gelebte Gleichbehandlung, da jeder Mensch das Recht hat, selbst zu entscheiden, wie er leben und wen er lieben will. Mit dem Aktionsplan zur kultursensiblen Förderung der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt legt die Gleichstellungsstelle bereits 2020 erste Handlungsempfehlungen und Maßnahmen vor, um die Lebenswelten von lesbischen, schwulen, bisexuellen, Trans-, Inter- und queeren Menschen in Gelsenkirchen nachhaltig zu verbessern.

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