Gelsenkirchen: Widerstand gegen Kirchen-Abriss

Die Kirche Heilige Familie in Gelsenkirchen-Bulmke soll abgerissen werden. Eine Turnhalle soll hier entstehen. Doch dagegen regt sich Widerstand.
Die Kirche Heilige Familie in Gelsenkirchen-Bulmke soll abgerissen werden. Eine Turnhalle soll hier entstehen. Doch dagegen regt sich Widerstand.
Soll abgerissen werden: die Kirche Heilige Familie in Gelsenkirchen-Bulmke. Foto: Archiv

 

Bereits seit 2018 ist klar: Die Kirche Heilige Familie in Gelsenkirchen-Bulmke wird außer Dienst gestellt und soll veräußert werden. So das damalige Votum des Pfarrentwicklungsprozesses. Mit einem letzten Gottesdienst und einer Prozession hat sich die Propsteipfarrei St. Augustinus am 12. Juni von ihrem Gotteshaus verabschiedet. Nun soll die Kirche abgerissen und durch eine Turnhalle ersetzt werden – doch dagegen regt sich Widerstand.

Das Bauwerk entstand in den Jahren 1908 und 1909 nach den Plänen des Architekten Josef Franke, der in Gelsenkirchen auch die Heilig-Kreuz-Kirche in Ückendorf entwarf. Im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört, wurde die Heilige Familie 1953 neu aufgebaut. Nach der Instandsetzung der Außenfassade kam es 1972 zu einem ganz besonderen „Eingriff“: Auch um Heizkosten zu sparen, wurde der Innenraum um rund 40 Prozent verkleinert und – als Kirche in der Kirche – völlig neugestaltet. Der Kirchturm wurde 1989 renoviert. Die Seitenschiffe erhielten neue Fenster. Zuletzt wurde 1993 die Werktagskapelle umgebaut und erhielt den Namen „Barbara-Kapelle“.

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Abriss der Kirche „eklatanter Fehler“

Nun interessiert sich die Stadt für das Kirchengelände. Nach Informationen des Heimatbundes Gelsenkirchen gab der Ausschuss für Bau und Liegenschaften im Januar den Auftrag, den Kauf zu verhandeln. Die Stadt will die Kirche abreißen, um eine neue Turnhalle für das Ricarda-Huch- und oder das Gauß-Gymnasien zu bauen. Beide Schulen haben Bedarf, da sie sich – zumindest für die höheren Schulklassen – die Sporthalle am Wildenbruchplatz mit dem Berufskolleg teilen müssen. Derzeit ist auch das allerdings nicht Fall, da am Wildenbruchplatz Flüchtlinge untergebracht sind.

Die Freie Bürger Initiative (FBI) ist gegen die Pläne der Stadt. Sie warnt vor einem „eklatanten Fehler“. Die FBI fordert, das Gebäude als „bauliches Symbol des Friedens und der Ruhe“ zu erhalten und eine neue soziale Nutzung zu finden.

Treffen über möglichen Erhalt des Kirchengebäudes

Am Montag, 25 Juli, findet ein Treffen über einen möglichen Erhalt des Kirchengebäudes in der Kirche Heilige Familie statt (Zutritt über den Eingang Hohenzollernstraße). Gelsenkirchens Probst Markus Pottbäcker wird erwartet, um die katholische Kirche als Eigentümerin zu vertreten. Die Stadtverwaltung soll zu einem späteren Termin einen Vertreter entsenden. Manfred Kosubek von der Freien Bürger Initiative will über den aktuellen Stand informieren. Beginn ist um 18 Uhr.

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