Hunderte Menschen sind am Dienstagabend auf dem Gelsenkirchener Heinrich-König-Platz zusammengekommen, um gegen den Krieg in Ukraine zu demonstrieren
Hunderte Menschen haben auf dem Heinrich-König-Platz gegen den Ukraine-Krieg demonstriert. Foto: André Przybyl

Gelsenkirchen: Hunderte demonstrieren gegen Krieg in Ukraine

Hunderte Menschen sind am Dienstagabend auf dem Gelsenkirchener Heinrich-König-Platz zusammengekommen, um gegen den Krieg in Ukraine zu demonstrieren.

Zu der Friedenskundgebung auf dem Heinrich-König-Platz haben die Falken Gelsenkirchen aufgerufen. Hunderte Menschen kommen am Dienstagabend dem Aufruf nach, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Welge: „Alles für die Eitelkeit eines alten Mannes“

Angesichts der Ereignisse in der Ukraine sei es unmöglich wegzuschauen, sagt Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge. „Es ist Krieg in einem Land in unserer erweiterten Nachbarschaft“, erklärt Welge. „Die Menschen in der Ukraine fürchten täglich um ihr eigenes Leben, Freunde, Nachbarn und um ihre Zukunft.“ Doch die  Gedanken sollten auch bei den Menschen in Russland sein, die ebenfalls auf die Straße gehen – „unter ganz anderen Umständen als hier.“ Und Welge erinnert an die „jungen Russen, die in den Krieg geschickt und verheizt werden“. „Und das alles für die Eitelkeit eines alten Mannes und einer Riege von Aggressoren, die alle Vernunft verloren haben.“

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Der Krieg werde auch Einfluss auf das Leben aller Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener haben. „Flüchtlinge werden auch nach Gelsenkirchen kommen und wir werden sie natürlich aufnehmen“, betont die Oberbürgermeisterin. „Daran darf es keinen Zweifel geben.“

Neuwald-Tasbach: „Geschichte scheint sich zu wiederholen“

Erschüttert zeigt sich auch Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen. „Nach dem Dritten Reich haben wir geglaubt, dass Frieden das Wichtigste sein sollte“, sagt sie. „Aber leider scheint sich die Geschichte zu wiederholen.“ Doch die große Hilfsbereitschaft der vergangenen Tage gebe ihr Hoffnung, „dass wir gemeinsam Hass und Gewalt überwinden“.

Christin Siebel, Veranstalterin und Vorsitzende der Falken Gelsenkirchen, spricht sich dafür aus, „dass diese Zeit keine Zeit der Aufrüstung und Militarisierung wird“. „Denn das hilft weder den Menschen in der Ukraine, noch den Menschen hier – schon gar nicht Kindern und Jugendlichen.“

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Rund 300 Menschen demonstrieren auf Domplatte in Buer

Die Kundgebung ist die zweite Veranstaltung ihrer Art in Gelsenkirchen. Bereits am Montag kamen rund 300 Menschen auf der Domplatte in Buer zusammen, um gegen den Ukraine-Krieg zu demonstrieren.

André Przybyl
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